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Schulkinder in Sri Lanka
So hilft Ihre Spende

Wasser, Farbe, Tor … und viel Gemüse

Was gehört eigentlich zu einer "richtigen" Schule dazu?

Ein ordentlicher Schulhof, wenn nötig ummauert? Fließend Wasser in allen Gebäuden? Ein nettes Ambiente? Eine Caféteria? Oder eher ein Gemüsegarten?

Die Schule in Chettikkulam im Norden Sri Lankas, in der eines der von Helping Hands unterstützten Kinderzentren stattfindet, hat das alles—und noch mehr.

Vor knapp vier Jahren begann NCM Lanka, Helping Hands' örtlicher Partner, mit Spenden aus Deutschland in Chettikkulam ein Kinderzentrum, das zurzeit 165 Kinder besuchen. Da hatte die Schule grade eine Menge durchgemacht. Zum Ende des Bürgerkriegs beherbergte sie hunderte von Flüchtlingen. Das direkt nebenan liegende Flüchtlingslager Menik Farm platzte da bereits aus allen Nähten.

Kinder vor SchultorEs dauerte Monate, bevor die Schule wieder regulär benutzt werden konnte. Da aber der Zaun um die Schule völlig beschädigt war, hausten nachts die Tiere auf dem Schulgelände. Nicht so spannend, wenn man morgens in die Schule kommt und von einem Rindvieh begrüßt wird!

Also kümmerte sich NCM Lanka als erstes darum, dass der Zaun repariert und ein verschließbares Tor eingesetzt wurde. Das war schon mal ein Anfang. Noch dringender nötig war aber der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Das Schulgelände hatte nur einen alten Brunnen, der nicht benutzbar war. Um Wasser zu holen, mussten die Kinder und Lehrer weit laufen, besonders in der Trockenperiode. Kunstunterricht mit Wasserfarben? Eher nicht.

Kinder mit WasserhahnNCM Lanka säuberte zunächst den Brunnen, sodass das Wasser sauber genug zum Trinken war. Später wurden dann ein 5000-Liter-Wassertank in einem der Schulgebäude und eine Wasserpumpe installiert. Dabei beteiligten sich auch viele Menschen vor Ort ehrenamtlich. Sie verdienen zwar sehr wenig, aber wenn es um ihre Schule geht—da wollen sie dabei sein!

Jetzt können die Kinder an jeder Ecke der Schule einfach einen Wasserhahn öffnen und ein Glas mit sauberem Trinkwasser füllen. Klingt vielleicht nicht so aufregend für uns—aber dort ist das ein unerhörter Luxus, und die Kinder sind total begeistert.

frischgestrichenes SchulgebäudeIn diesem Frühjahr kam dann noch richtig Farbe ins Spiel. Denn die Schule sah schon lange einfach trübe und ausgeblichen aus. Da macht das Lernen keinen Spaß! Aus Spenden bezahlte NCM Lanka genug Farbe und Pinsel, dass die Lehrer, Eltern und Kinder alle Wände streichen konnten. Jetzt erstrahlt die Schule in neuem Glanz.

Glänzen—das tut die Schule in Chettikkulam auch in anderer Hinsicht. Im Vavuniya-Bezirk sind Schule und Kinderzentrum inzwischen zum Vorzeigeobjekt geworden.

Zum Beispiel in akademischer Hinsicht. Denn im Kinderzentrum erhalten die Kinder jeden Tag Hausaufgabenhilfe und werden auf den Unterricht am nächsten Tag vorbereitet. Außerdem werden die Kinder der fünften Klasse für das landesweite "Scholarship Exam" geschult. In der Regel bestehen wenige Kinder aus ärmeren Gegenden dieses Examen. In Chettikkulam ist das anders. Und in diesem Jahr erzielte ein Mädchen aus dem Kinderzentrum sogar die höchste Punktzahl in der gesamten Region. Da wurden die Behörden aufmerksam!

Oder in Sachen Gesundheit und Hygiene. Viele Kinder hier essen kaum etwas, bevor sie zur Schule kommen, und oft fehlt ihnen die Energie, überhaupt den ganzen Schultag durchzustehen. Außer im Kinderzentrum. Eine echte Caféteria gibt es zwar nicht. Aber die Kinder erhalten jeden Tag eine nahrhafte Mahlzeit, mal Reis und Curry, mal eine Hafergrütze. Das Essen bereiten Eltern in der Schule zu; die Nahrungsmittel bezahlt das Zentrum. Und natürlich gibt es jetzt sauberes Trinkwasser. Ohne Zweifel: die Kinder in Chettikkulam sind gesünder.

Und auch im Verhalten der Kinder glänzt das Kinderzentrum. Die Kinder in dieser Gegend haben viel durchgemacht: Krieg, Flucht, Missbrauch; viele sind Waisen oder Halbwaisen. Kein Wunder also, dass sie mehr als "schwierig" sind. Kaum einer der Lehrer in den örtlichen Schulen kommt mit ihnen zurecht. Außer in Chettikkulam. Denn dort haben die Kinder Lehrer und Mentoren, die ihnen positive Werte vermitteln, sich Zeit nehmen zum Zuhören und ganz individuell auf die Kinder und ihre Probleme eingehen. Schon in kürzester Zeit hat das eine deutliche Besserung im Verhalten der Kinder bewirkt.

Mädchen tanzt in traditionellem KostümVor den Ferien im April organisierte das Kinderzentrum eine kulturelle Show für Eltern und Bekannte. Die Kinder trugen kleine Theaterstücke vor, Vorträge, Lieder und vieles mehr. Das war ein Spaß! Alle genossen das Event und es war ein voller Erfolg. Und das ist keine Selbstverständlichkeit. In einem Land, das dreißig Jahre vom Bürgerkrieg zerrüttet wurde, ist eine erfolgreiche kulturelle Veranstaltung auch ein gutes Stück Friedensarbeit.

Natürlich waren auch die Eltern begeistert von diesem Event. Aber sie sind nicht nur Zuschauer: Von Anfang an waren die Familien, Lehrer und die Ortsbewohner im Projekt Kinderzentrum stark involviert, ob bei Entscheidungen, Beurteilungen, Renovierungsarbeiten und Zukunftsperspektiven. Das unterstützt nicht nur den Erfolg der Maßnahmen, sondern hilft auch in der Entwicklung, dass das Kinderzentrum irgendwann selbsttragend ist.

Kinder in GemüsegartenUnd dafür engagieren sich sogar die Kinder selbst! Auf dem fast 3200 m² großen Gelände hinter dem Schulgebäude haben die Kinder Gemüsegärten und Kokosnussplantagen angelegt. Es wird schon reichlich geerntet und die Schulmahlzeiten sind deutlich vitaminreicher geworden. Bald wird die Ernte so reichhaltig sein, dass ein großer Teil davon verkauft werden kann. Und in spätestens fünf Jahren werden außerdem die Kokosnusspalmen ein regelmäßiges Einkommen ergeben. Die Kinder finden das einfach klasse. Das Pflanzen, Bewässern, Pflegen und Ernten machen sie abends nach der Schule in ihrer Freizeit. Ihr Engagement ist sehr ermutigend.

Seit 2009 hat sich in Chettikkulam eine Menge geändert. Wasser, Farbe, Tor und viel Gemüse … aber vor allem eine echte, nachhaltige Veränderung im Leben der Kinder und Familien des Kinderzentrums. Vor vier Jahren, am Ende des Bürgerkriegs, gähnte die Zukunft trübe, farblos und leer. Heute erstrahlt nicht nur das Schulgebäude in neuem Glanz.

© 2013 Helping Hands e.V. Bitte diesen Bericht (auch nicht auszugsweise) nicht ohne schriftliche Genehmigung weiterverwenden.

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