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Frauen in Haiti arbeiten in einem Garten
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Aus Trümmerhaufen Träume machen

Oft sind es nur Augenblicke, die aus Träumen Trümmerhaufen machen. Augenblicke, die wie ein scharfes Messer das Gewohnte, Geliebte zerschneiden. Augenblicke, die ein ganzes Leben von Grund auf verändern können.

Im verheerenden Erdbeben in Haiti stürzten viele Träume ein. Träume für den Beruf, für die Familie, für die Zukunft. Hierzulande ist das Erdbeben längst aus den Schlagzeilen verschwunden: Neue Katastrophen an anderen Orten verlangen jetzt Aufmerksamkeit. Doch viele Menschen in Haiti stehen noch immer vor den Trümmern ihres Lebens. Zum Beispiel Mires, der Haus und Arbeitsstelle im Erdbeben verlor. Oder Rachelle, deren Eltern und zwei Geschwister umkamen. Oder die Bewohner von Barreau Michel, die als letzten Ausweg sahen, ihre verwüstete Heimat zu verlassen und anderswo eine Existenz zu suchen.

Zerborstene Träume sind selten wiederherstellbar. Aber neue Träume können gepflanzt werden; alte Träume in neuer Form wiedererrichtet. Helping Hands e.V. und sein örtlicher Partner in Haiti haben Ihre großzügigen Spenden genutzt, um Menschen das Träumen wieder zu ermöglichen. Mires' Familie erhielt zusammen mit etwa 4000 anderen Familien in 75 Orten sechs Monate lang Nahrungsmittel, Wasser, Hygieneartikel, Medizin und Unterkünfte. Rachelle besuchte eins von 30 Camps, genannt "Sichere Orte", in denen je 100 Kinder zwei Monate lang psychologische "Erste Hilfe" durch Spieltherapie und Trauma-Seelsorge, sowie ein nahrhaftes Mittagessen erhielten. Durch die Gemeinschaft mit anderen Kindern, die ähnliche Dinge durchlebt haben, lernte Rachelle, ihre Gefühle auszudrücken, die Furcht zu überwinden und Trauer und Trauma zu verarbeiten. “Im 'Sicheren Ort' bin ich nicht mehr traurig”, sagt sie.

Die Bewohner von Barreau Michel und drei anderen stark betroffenen Gegenden pflanzten ganz neue Träume in ihren Orten: Dort wurden mit Unterstützung von Helping Hands und anderen Partnern Gartenprojekte begonnen, die Hunger und Armut langfristig bekämpfen. Ortsbewohner pflanzen, pflegen und ernten in Gemeinschaftsarbeit verschiedene Gemüsesorten auf insgesamt 20 Hektar in vier Gärten; je 400–500 Menschen profitieren davon. Das versorgt die Familien nicht nur mit nahrhaften Lebensmitteln und Kapital durch Verkauf; die Arbeit stärkt auch ihr Selbstbewusstsein und vermittelt ein Gefühl der Menschenwürde. Außerdem wird in jedem Garten Saat für die nächste Bepflanzung zurückbehalten; dadurch sorgen die Gärten für nachhaltige Versorgung mit Nahrungsmitteln. “Für Menschen in Haiti”, erklärt der Agrarwissenschaftler, der die Gartenarbeiter schulte, “ist ein Garten wie eine Bank.” Jetzt sind sie nicht mehr gezwungen, ihre Heimatorte zu verlassen. “Diesen Garten zu sehen, das bedeutet Hoffnung!”

Viel Geduld, Einsatz und nicht zuletzt finanzielle Unterstützung sind noch erforderlich, bis in der Verwüstung Haitis wieder lebendige Träume sprießen und gedeihen. Weitere Gartenprojekte sind bereits in Planung; als Folgeaktion der befristeten Camps für Kinder sollen jetzt Kinderzentren gegründet werden. Oft sind es nur Augenblicke, die aus Träumen Trümmerhaufen machen. Aber mit tatkräftigem Einsatz, Vision und nachhaltiger Hilfe kann aus den Trümmerhaufen, Stein für Stein, eine neue Zukunft errichtet werden.

© 2010 Helping Hands e.V. Bitte diese Geschichte (auch nicht auszugsweise) nicht ohne schriftliche Genehmigung weiterverwenden.

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