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Puwaneswary ist nicht allein

Puwaneswary ist 10 Jahre alt. Sie hat beide Eltern verloren, daher lebt sie bei ihrem Großvater. Eines Abends im Februar ärgerte er sich über seine Enkelin, die er eigentlich nur als Problem ansieht. Also nahm er kurzerhand einen Kanister Kerosin, schüttete ihn über das schlafende Mädchen und zündete sie an. Puwaneswary kam mit starken Verbrennungen ins Krankenhaus. Der Großvater befindet sich in Haft.

Um das kleine Mädchen kümmern sich nun die Mitarbeiter des Kinderzentrums in Chettikkulam im Norden Sri Lankas, das NCM Lanka, Helping Hands' örtlicher Partner, vor zwei Jahren gründete und das aus Spenden von Helping Hands finanziert wird. Solche Herausforderungen sind die Mitarbeiter dort gewöhnt: denn die Kinder, die das Kinderzentrum besuchen, haben alle schon viel durchgemacht. Viele sind Waisen oder Halbwaisen, fast alle kommen aus Familien, die während des Bürgerkriegs fliehen mussten und dann monatelang im Flüchtlingslager hausten, bevor sie sich in der Nähe der Camps ansiedelten. Ihre Eltern kennen nur Krieg, Waffen und Angst. Viele der Kinder werden von den eigenen Verwandten sexuell missbraucht.

Kein Wunder also, dass die Kinder und Jugendlichen unter diesen Umständen mehr als "schwierig" sind. Kaum einer der Lehrer in den örtlichen Schulen kam mit ihnen zurecht. Bis das Kinderzentrum in Chettikkulam eröffnet wurde. Über 200 Kinder aus Flüchtlingsfamilien kommen jeden Tag nach dem regulären Schulunterricht für ein paar Stunden ins Zentrum. Zuerst erhalten sie dort eine kleine Mahlzeit oder ein Glas Milch; für viele ist das die nahrhafteste Mahlzeit am Tag. Dann geht es ans Lernen: Hilfe bei den Hausaufgaben, Nachhilfe zu Themen, die die Schüler im Unterricht nicht verstanden haben, und Vorbereitung auf den nächsten Schultag. Die Bildung der Kinder wurde über Jahre hinweg vernachlässigt, daher ist viel Hilfe und Geduld nötig, um ihnen wirkliche Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Es ist auch eine Frage der Motivation: Wenige der Eltern haben Schulbildung und vielen ist es egal, ob ihre Kinder zur Schule gehen oder nicht. Das Kinderzentrum bemüht sich daher auch um Erwachsenenbildung und Aufklärungsarbeit.

Vor allem aber haben die Kinder in diesem Kinderzentrum Lehrer und Mentoren, die ihnen positive Werte vermitteln, sich Zeit nehmen zum Zuhören und ganz individuell auf die Kinder und ihre Probleme eingehen. Und das macht einen riesigen Unterschied! Schon in kürzester Zeit hat es so eine deutliche Besserung im Verhalten der Kinder bewirkt, dass das auch den örtlichen Regierungsvertretern aufgefallen ist. Nun möchten sie, dass sich auch die Kinder in den anderen Schulen so positiv verändern, und haben NCM Lanka gebeten, in sämtlichen Schulen (ca. 50) in dieser Gegend Kinderzentren zu beginnen. Eine riesige Herausforderung—aber NCM Lanka ist solche Herausforderungen gewöhnt.

srilankisches MädchenUnd der Lohn für all die Arbeit: Kinderleben werden verändert; Verzweiflung wandelt sich in Hoffnung; wo nur Leid, Angst und Schmerz war, sprießt plötzlich eine Zukunft. Auch Puwaneswary geht wieder zur Schule. Sie ist eine gute Schülerin, sehr motiviert, mit hervorragenden Leistungen, und alle Lehrer mögen sie gern. Zurzeit lebt sie bei einer der Lehrerinnen vom Kinderzentrum, die selbst Waise ist. Von ihren Verletzungen hat sie sich erholt, obwohl sie das Erlebte natürlich immer noch sehr belastet. Aber eines hat sie gelernt: Ich bin nicht allein. Es gibt Menschen, denen ich wichtig bin.

© 2011 Helping Hands e.V. Bitte diese Geschichte (auch nicht auszugsweise) nicht ohne schriftliche Genehmigung weiterverwenden.

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