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indisches Mädchen
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“Wenn meine Tochter zu viel lernt, wer will sie dann noch heiraten?”

Gori-bai ist ein Mädchen. Sie ist 10 Jahre alt. In ihrer Gesellschaft bedeutet das: kein Schulbesuch mehr, und eine baldige Heirat. Gori-bai ist eigentlich noch ein Kind, aber ihre Familie erwartet, dass sie bereits die Verantwortung eines Erwachsenen übernimmt. Das ist normal für Mädchen in ihrer Gesellschaftsschicht: nie eine richtige Kindheit haben; schon von Geburt an auf die Heirat vorbereitet werden. Ihre Familie ist sehr arm; die Mutter arbeitet hart und Gori-bai und ihre zwei jüngeren Geschwister sind als Kinderarbeiter auf den Feldern, damit genug Geld zusammenkommt, um die Familie zu ernähren. Der Vater ist Alkoholiker. Die Armut drückte ihn so nieder, dass er alle Hoffnung aufgab und im Alkohol das Vergessen suchte.

Aber in diese verzweifelte Situation schien plötzlich ein Hoffnungsstrahl. In Gori-bais Dorf eröffnete Helping Hands' örtlicher Partner ein Kinderzentrum. Die Mitarbeiter besuchten regelmäßig ihre Familie und versuchten die Eltern zu überzeugen, dass sie Gori-bai ins Zentrum schicken sollten. “Wozu soll das gut sein?” fragte der Vater. “Bald wird sie heiraten. Wenn meine Tochter zu viel lernt, wer will sie dann noch zur Frau haben?” Viele solcher Fragen stellte der Vater, und die Mitarbeiter hörten geduldig zu, zeigten Verständnis, fanden einfühlsame Antworten und Erklärungen. Schließlich sahen die Eltern die Veränderungen in anderen Kindern, die das Kinderzentrum besuchen durften, und gaben ihre Einwilligung.

Jetzt ist Gori-bai bereits in der fünften Klasse. Das Kinderzentrum und die Lehrer haben sich viel Mühe gegeben, ihr nicht nur das Nötigste beizubringen, sondern sie auch auf ein ihrem Alter gerechtes Niveau zu bringen. Gori-bai ist zuversichtlich und freut sich jeden Tag auf die Schule. Sie ist eine der Besten in ihrer Klasse und eine große Ermutigung für andere Mädchen und deren Eltern. Auch ihre jüngere Schwester kommt jetzt zum Kinderzentrum und ist eine gute Schülerin.

Gori-bais Vater hat sich von der Veränderung in seinen Töchtern überzeugen lassen. Er ist nun viel optimistischer; er meidet den Alkohol und hat die Verantwortung in seiner Familie wieder übernommen. Vater und Mutter haben jetzt große Träume für ihre Töchter. Gori-bai möchte einmal Lehrerin werden, so dass sie die Kinder im Kinderzentrum unterrichten kann: Kinder, für die, wie für Gori-bai selber, die Hoffnung neu erwacht ist.

© 2009 NCM India. Bitte diese Geschichte (auch nicht auszugsweise) nicht ohne schriftliche Genehmigung weiterverwenden.

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