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drei albanische Kinder im Kindergarten
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Die "Straße des Todes" links liegen lassen

In einem Ortsteil von Kamez nahe Tirana machten sich die Mütter große Sorgen. Denn ihre 3–6-Jährigen müssen einen Kindergarten besuchen, das ist in Albanien Pflicht. In dieser Gegend gab es aber keinen Kindergarten. Der nächste lag etliche Kilometer entfernt, jenseits einer extrem gefährlichen Straße, die "Straße des Todes" genannt wird. Erst kürzlich fiel dort ein Kind dem Verkehr zum Opfer. Da hatten die Mütter noch mehr Angst. Aber das ist nun vorbei!

KindergartenIn einer ruhigen Seitenstraße in Kamez, direkt von den Wohn­gebieten aus erreichbar, ist offenbar der Frühling ausgebrochen: Ein buntes, mit riesengroßen Blüten bemaltes Tor fängt sofort den Blick und lädt ein zu entdecken, was hinter der Blumenpracht steckt. Wenn das Tor sich öffnet, warten neue Überraschungen: eine saubere Einfahrt, gepflegter Rasen mit Schaukeln und einem tollen Spielhäuschen, dahinter ein im neuen Anstrich erstrahlendes Gebäude mit großen Blumen an den Wänden, Kindertischen und Stühlen auf der sonnigen Veranda und einer Tür, die zum Herein­kommen einlädt. Über dem Eingang steht in großen, bunten Buch­staben: "Kopeshti Lulet e Jetes"—der Kindergarten "Blumen des Lebens".

Die Mütter, die mit ihren Kleinsten herkommen, können ihr Glück kaum fassen. Vor ein paar Wochen stand hier noch ein graues, unscheinbares Gebäude, das nicht den Eindruck erweckte, die Hoffnung der Mütter in Wirklichkeit verwandeln zu können. Aber dann erkannte das "Institute for Total Encouragement" (ITE), Helping Hands' örtlicher Partner in Albanien, den Bedarf und begann zu planen. Ein Ehepaar in Kamez stellte ein Stück Land mit Garten und Gebäude zur Verfügung. Am 29. Mai schwitzten 50 Läufer beim Joggathon in Gelnhausen, über tausend Kilometer weit entfernt, und sammelten ca. 5000 Euro für dieses Projekt. Über die Sommermonate wurde tüchtig renoviert, umgestaltet und eingerichtet, und am 5. September war es dann so weit: Der neue Kindergarten in Kamez konnte eröffnet werden.

Jetzt freuen sich bereits zwölf Kinder täglich auf die "Blumen des Lebens". Zum Beispiel die dreijährige Ela und ihr 6 Jahre alter Bruder Roberto. Letztes Jahr besuchten sie einen Kindergarten in der Stadt, doch dort gefiel es ihnen gar nicht: kein Platz zum Spielen, wenig Material zum Lernen oder Basteln und die Erzieher kümmerten sich kaum um die Kinder. Aber im "Blumen des Lebens" Kindergarten wird jeder Tag zum Abenteuer, denn dort ist genug Platz zum Lernen, Spielen, Basteln, Herumtollen und einfach Spaß haben. Die drei Gruppenräume sind hübsch, sauber und gut ausgestattet, neben dem "Erwachsenen-Bad" gibt es eins für Kinder mit niedrigen Waschbecken und kleinen Toiletten, der Garten ist als sicherer Ort zum Spielen ideal. Nicht nur die Kinder, auch die Eltern sind begeistert. “Wir sind so froh, dass unsere Kinder hier so gut aufgehoben sind und wichtige Dinge in einem angenehmen Umfeld lernen können”, sagen nicht nur die Eltern von Ela und Roberto. Besonders dankbar sind sie für die Liebe und Fürsorge, die ihre Kinder von den Leitern und Lehrern erfahren, denn das ist nicht selbstverständlich.

Dass die Mitarbeiter des Kindergartens mit ganzem Herzen dabei sind, merkt man gleich an der Atmosphäre. “Alles läuft wunderbar”, berichtet Violeta Zefi, Leiterin des neuen Kindergartens. “Am Anfang waren die Kinder noch etwas ungestüm, aber jetzt arbeiten sie sehr gut in ihren Gruppen zusammen. Sie lernen schon Lesen und Zeichnen und miteinander zu spielen. Es läuft alles sehr gut.” Das Programm folgt dem offiziellen Lehrplan, aber spricht auch körperliche, psychische, geistige und soziale Bedürfnisse der Kinder an: zum Beispiel lernen die Kinder richtig Zähne putzen und bekommen dafür auch eine Zahnbürste. “Unser Ziel ist es, den Familien und Kindern in dieser Gegend qualitativ hochwertige Dienste anzubieten”, erklärt Steve Beiler, Leiter des ITE. “Ich bin begeistert über diesen neuen Kindergarten und die Möglichkeiten, in diesem Vorort von Tirana zu helfen und Beziehungen aufzubauen. Gemäß unserer Erfahrungen in unserem ersten Kindergarten in Gorre gehen wir davon aus, dass in den nächsten Monaten noch einige Kinder dazukommen werden.”

Wenn die Mütter in Kamez morgens mit ihren Kindern das Haus verlassen, brauchen sie sich nicht mehr zu sorgen. Denn die gefährliche Straße können sie nun links liegen lassen und auch im Kindergarten selbst wissen sie ihre Jüngsten bestens aufgehoben. Und wenn sich das bunte, blumenübersäte Tor nachmittags wieder öffnet und den wertvollen Nachwuchs nach Hause entlässt, dann sprudeln die Kleinen über von ihren neuen Abenteuern bei den "Blumen des Lebens".

© 2011 Helping Hands e.V. Bitte diesen Bericht (auch nicht auszugsweise) nicht ohne schriftliche Genehmigung weiterverwenden.

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Lesen Sie einen Bericht über diesen Kindergarten vom Juni 2011.

Der Kindergarten vor und nach dem Umbau:
einstöckiges GebäudeKindergarten

Dieser Junge in Kamez freut sich, dass er jetzt in den neuen Kindergarten gehen darf:
zwei albanische Kinderdrei Kinder im Kindergarten