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Kinderzentrum in Seetpur
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Von unerwünschten Mädchen und Polizistinnenkarrieren

Rupas Vater freute sich gar nicht, als er hörte, dass seine Frau ein Mädchen zur Welt gebracht hatte. Er hatte sich doch als erstes Kind einen Sohn gewünscht! Er war sehr erleichtert, dass die nächsten beiden Kinder Jungs waren.

In diesem männlich dominierten sozialen Umfeld wuchs Rupa auf. Einfach hatte sie es nicht! Ihre Kindheit war von Armut geprägt. Die Eltern stellen Haushaltsgegenstände für den Verkauf her, aber dabei verdienen sie nur sehr wenig und können kaum die Kosten ihrer Familie decken. Trotzdem macht sich Rupas Mutter keine Sorgen um die Zukunft ihrer Tochter. Denn Rupa geht zur Schule! Seit einigen Jahren besucht sie das Kinderzentrum in Seetpur im Südwesten Bangladeschs, das anfangs von Helping Hands finanziell unterstützt wurde. Dort nimmt sie auch jetzt noch an allen Aktivitäten teil. Inzwischen geht Rupa in eine Schule der Regierung, kommt aber trotzdem jeden Tag zum Kinderzentrum, wo sie Ergänzungsunterricht und eine nahrhafte Mahlzeit bekommt.

Rupa“Meine Eltern sind nie zur Schule gegangen, aber sie möchten, dass ich einen Schulabschluss mache,” erzählt die 15-jährige Rupa. “Diesen Wunsch möchte ich erfüllen!” Das Mädchen besucht jetzt die neunte Klasse und im Unterricht kommt sie gut mit. “Das liegt am Extra-Unterricht im Kinderzentrum. Wenn ich das nicht hätte, dann könnte ich in den Examen nicht so gut abschließen”, beteuert Rupa. Sie ist den Lehrern im Kinderzentrum sehr dankbar.

Auch ihr Vater ist sehr zufrieden. “Erst war ich ja nicht sehr glücklich, dass mein erstes Kind ein Mädchen war. Aber ich habe gelernt, dass man kein Kind schlechter behandeln darf. Ich liebe meine Tochter genauso sehr wie meine Söhne. Ich bin sehr stolz auf Rupa, weil sie gut in der Schule ist”, betont er, und fügt hinzu: “Das Kinderzentrum konzentriert sich auch nicht nur aufs Akademische, sondern lehrt auch gutes Verhalten und gute Moral.”

Selbsthilfegruppe in SeetpurUnd Rupas Mutter freut sich: “Das Kinderzentrum ist ein Segen für uns. Die Lehrer haben es geschafft, die Meinung meines Mannes zu ändern. Jetzt liebt er seine Tochter!” Auch die Familiensituation hat sich verbessert, denn im Rahmen des Kinderzentrumprogramms trat Rupas Mutter einer Selbsthilfegruppe bei, in der sie Schulungen besucht und einen Kredit erhielt. Jetzt hat sie eine kleine Hühner- und Entenfarm.

Rupa hat große Träume für die Zukunft. “Ich möchte einen guten Schulabschluss machen, und dann will ich Polizistin werden!” In einem Land wie Bangladesch ist das wahrhaftig ein beeindruckender Plan, denn dort gibt es fast gar keine weibliche Polizisten. “Ich möchte dem Namen meiner Eltern Ehre machen!”

© 2016 BNM & Helping Hands e.V. Bitte diese Geschichte (auch nicht auszugsweise) nicht ohne schriftliche Genehmigung weiterverwenden.

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