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Gruppe von nepalesischen Kindern
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Wie viele Kinder sind zu viel?

Drei Kinder in der Familie—das sind ganz klar zu viele. Oder etwa nicht?

Das kommt drauf an. Wenn man, so wie die zwölfjährige Sonu, im Osten Nepals am Rande eines Kleinstadt-Marktes in einer behelfsmäßigen Hütte wohnt und der Vater als Rikschafahrer und die Mutter als Haushaltshilfe nur grade so viel verdienen, dass sie die Familie ernähren können, dann sind drei Kinder zu viel. Zumindest zu viel, um sie alle zur Schule zu schicken! Denn Schule ist teuer. Da müssen Schuluniformen, Bücher und anderes Material gekauft und Prüfungsgebühren bezahlt werden. Bei so einem kleinen Einkommen geht das einfach nicht. Deshalb musste Sonus Vater auch eine Entscheidung treffen.

Sonu hat noch eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder. Ihre Schwester kümmert sich um den ganzen Haushalt, während die Eltern arbeiten gehen. Sonu macht es Freude, ihr bei den Aufgaben zu helfen oder zuhause mit ihrem kleinen Bruder zu spielen.

Die Kinder gehen gern zur Schule. Aber es half alles nichts: Das Geld reichte nicht für alle drei. Also entschied der Vater, dass Sonus ältere Schwester mit der Schule aufhören muss. Die Mädchen waren verzweifelt. “Sie waren so unglücklich und haben uns Tag und Nacht angefleht und geweint”, erinnert sich die Mutter. “Aber was sollten wir machen! Wir konnten uns das doch nicht leisten. Das war nun eben die Realität!”

Aber "die Realität" muss ja nicht so bleiben. In der Nähe des Marktes in Sonus Heimatstadt eröffnete NCM Nepal, Helping Hands' örtlicher Partner, ein Kinderzentrum. Die Familie hörte bald davon und meldete Sonu und ihren Bruder an. Als die beiden begannen, ins Kinderzentrum zu gehen, bekamen sie dort auch all das nötige Lernmaterial geschenkt: Hefte, Bleistifte, Malpapier, Buntstifte und vieles mehr. Da sparte die Familie eine ganze Menge. Und das schon fast nicht mehr Erhoffte geschah: Die Lehrer statteten Sonus Eltern einen Besuch ab und überzeugten sie, doch nun auch die ältere Schwester wieder zur Schule zu schicken, da sie ja für die anderen beiden Kinder dort keine Ausgaben mehr hatten.

Am Anfang des nächsten Schuljahres sandte der Vater alle drei Kinder zur Schule. Denn drei Kinder—das ist schließlich nicht zu viel!

nepalesische FamilieJetzt ist Sonu in der fünften Klasse und eine der besten Schülerinnen in ihrer Jahr­gangs­stufe. Außer der materiellen Hilfe hat sie noch vieles anderes im Kinderzentrum erhalten. “Zum Beispiel weiß ich jetzt einiges über Gesundheit und Hygiene”, erzählt sie. “Wir haben auch gelernt, einander lieb zu haben und zu helfen. Die Spiele und Wettbewerbe im Kinderzentrum machen mir am meisten Spaß. Und ich bin so froh, dass meine große Schwester jetzt auch weiter in die Schule gehen kann, weil das Kinderzentrum uns geholfen hat!” Dann überlegt sie einen Augenblick. “Ohne das Kinderzentrum müsste ich wahrscheinlich jetzt auch schon irgendwo als Babysitter arbeiten. In die Schule gehen zu dürfen, das ist schon was Besonderes!”

Und Sonus Mutter fügt hinzu: “Vor einem Jahr waren wir in einer hoffnungslosen Situation. Es ist ein richtiges Wunder, dass wir dank des Kinderzentrums jetzt die Ausbildung aller unserer Kinder fortsetzen können!” Ein Wunder, auf das tausende von bedürftigen Kindern in Nepal ebenso hoffen—und das über tausend Kinder in zehn NCM Nepal Kinderzentren auch erleben.

© 2012 NCM Nepal & Helping Hands e.V. Bitte diese Geschichte (auch nicht auszugsweise) nicht ohne schriftliche Genehmigung weiterverwenden.

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