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Junge wartet an Bahnstation
Ressourcen für Flüchtlingshilfe und Integration: Leitfaden

Der folgende Leitfaden wurde im Herbst 2015 von Helping Hands entwickelt und ist in einer ausführlicheren Version auch als pdf-Dokument erhältlich.

 

Leitfaden: Vorschläge zur Integration neuer Mitbürger

Ziel der Aktivitäten: Die Aktivitäten sollen nicht nur dazu dienen, den Flüchtlingen zu helfen, sondern ihnen eine Integration in unsere Gesellschaft zu erleichtern. Unser Staat stellt vieles sicher, das anderswo nicht unbedingt selbstverständlich ist – Wohnung, Essen, medizinische Versorgung und vieles mehr. Für Christen geht es vor allem darum, die Mittel einzusetzen, die sie qualifiziert bieten können.

Dazu gehören:
• Beziehungen aufzubauen und langfristig anzubieten
• (Trauma-) Seelsorge anzubieten
• Gemeinschaft anzubieten und Menschen darin einzubauen
• Hilfe zum Einleben anzubieten
• Spezielle Deutschkurse anzubieten (da derzeit die Volkshochschulen an ihre Grenzen kommen – bitte nach Absprache mit der Stadtverwaltung!)

Einsatzfelder für Gemeinden und Einzelne

Die folgenden Bereiche sind besonders wichtig, um eine Integration zu fördern: Sprachhilfe (Deutschunterricht), Dienste für Kinder und für Erwachsene und Aufbau von Beziehungen

Deutschunterricht & Hausaufgabenhilfe
Wichtig: In Deutschland sind die Flüchtlingskinder vom ersten Tag an schulpflichtig!
• Welche Lehrer in der Gemeinde können helfen?
• Wer kann sonst noch (nach Anleitung) helfen?
• Wer kann bei Hausaufgaben helfen?
• Wer könnte einen leichten Imbiss vorbereiten?
• Haben wir die Räumlichkeiten bzw. können wir sie anmieten?
• Ziel ist, dies täglich (3-5x pro Woche) anzubieten; für Erwachsene mindestens dreimal (vornehmlich für den Anfang – bitte mit der Stadtverwaltung absprechen, da Erwachsene, die den Registrierungsprozess vollendet haben, für Integrationskurse bei den Volkshochschulen zugelassen sind, die diesen Bedarf erheblich professioneller decken können).

Dienste für Kinder
• Die Kirche in Aktion (Frankfurt, Mainz) versucht derzeit, ein Spiel-Mobil für Kinder zu finanzieren. Es könnte dann auch für andere Gemeinden eingesetzt werden – das Spielmobil ist finanziert und seit einiger Zeit im Einsatz
• Für die Dienste werden Leute benötigt, die Kinder betreuen und mit ihnen spielen.
• Sinnvoll wäre es, Getränke und Snacks anzubieten.
• Unter anderem sollte den Kindern beigebracht werden, wie man sich im Verkehr und vor Ort verhält bzw. zurechtfindet.
• Dies könnte alle zwei Tage oder häufiger angeboten werden.
• Gemeinden, die kein regelmäßiges Kinderprogramm haben, brauchen evtl. auch Spielmaterial.
• Der Dienst kann auf eine Tagesbetreuung erweitert werden.
• Deutsche Kinder wären sehr willkommen, da Kinder sehr leicht voneinander eine Sprache lernen.
• Ziel ist, den Kindern eine Möglichkeit zum Spielen und dabei zum Lernen anzubieten.

Dienste für Erwachsene
Wichtig: Die Neubürger sind in unserem Verkehr, unseren Städten und unserer Bürokratie völlig hilflos und werden vieles ohne Hilfe missinterpretieren!
• Das Kinderprogramm sollte so aufgebaut sein, dass die Mütter (ältere Schwestern) mitkommen, sich entspannen und separat unterhalten können.
• Einführung der Erwachsenen in das Leben in der Stadt/im Ort und Hilfe beim Ausfüllen von Formularen. Bitte achten Sie darauf, dass die Neubürger auch eingeführt werden in unsere Kultur, Geschichte und unser politisches Denken (dazu gehören die Frage der Gleichberechtigung von Mann und Frau, das Behandeln von Kindern und Andersdenkenden und vor allem die Stellung der Religion im privaten und öffentlichen Leben).
• Begleitung zu Behördengängen und anderen Gesprächen (z.B. Ärzten). Viele der Flüchtlinge können (etwas) Englisch. Mitbürger aus dem Nahen Osten, die bereits längere Zeit in Deutschland sind und die Sprache erlernt haben, um Hilfe bitten (finanzielle Unterstützung könnte für diese Hilfe nötig sein).
• Trauma-Seelsorge in Kleingruppen (oder Familiengruppen) anbieten.
• Hilfe bei Umzügen und der Versorgung mit einer Erstausstattung anbieten.
• Gegebenenfalls helfen, Geschäfte zu finden, die Lebensmittel aus ihrem Kulturraum anbieten und die religiösen Gegebenheiten beachten.
• Gegebenenfalls helfen, wie man Bus, Zug etc. nutzt; wo Karten sind und wie man sie liest; wo man Einkaufen kann (Lebensmittel, Kleidung, etc.); wo die Schulen und Behörden sind und wie man sie findet.

Aufbau von Beziehungen
• Zeit planen, in der gemeinsam gekocht und gegessen wird (kostet Geld!).
• Gemeinsame Ausflüge planen; Besuch von Stadtfesten.
• Fest für besondere Anlässe planen (Achtung: die kulturellen Wünsche beachten – z.B. kein Schweinefleisch; Fisch und Geflügel ist sicherer).
• In gemeindliche Veranstaltungen einladen, sie abholen, begleiten und vorstellen (besonders den Pastoren!). Mit ihnen hinterher zusammen sein und evtl. zum Essen mitnehmen.
• Kinder, die alleine hier angekommen sind, brauchen besondere Hilfe, Zuwendung und langfristige Fürsorge.
• Ein "Netzwerk für Flüchtlinge" vor Ort aufbauen. Das kostet zum Teil ordentlich Zeit, aber es ist auf Dauer sehr hilfreich – für die Flüchtlinge und die Mitarbeiter / Gemeinden vor Ort. (Siehe Artikel "Ein Netz für Flüchtlinge" in ideaSpektrum 37.2015) – Beispiele zur Koordination von Flüchtlingshilfe des Netzwerkes TroAsyl aus Trossingen: Netzwerk, Arbeitskreise, Helferbogen

Angebote von Helping Hands

Helping Hands wird verschiedene Kurse und Materialien anbieten, die den Gemeinden helfen sollen sowie Hilfen von Gemeinden und anderen sammeln und an Interessierte weiterleiten. Zudem sammelt Helping Hands Projekte einzelner für Freunde im In- und Ausland, die finanziell helfen möchten.
• Spezialkurs für Trauma-Seelsorge (dieser Kurs ist in der Praxis erprobt und daraus entstanden; er wurde weltweit unter verschiedensten kulturellen und religiösen Bedingungen eingesetzt) – dieses Seminar wurde im Juni 2016 in Gelnhausen und Berlin angeboten
• Finanzielle Unterstützung für besondere Projekte bzw. Vermittlung von Spendern
• Sammlung von Kursmaterial für einzelne Einsatzbereiche (z.B. Deutschunterricht)

 

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